Herzlich Willkommen bei der highLights-Agentur.
Ich lade Sie ein, mich und meine Leistungen kennen zu lernen:

                                                                                     

Qualifikationen:

Projekte:

 

    Nach dem Training weiterer Trainerinnen wurden ebenfalls workshops durchgeführt in       
    Frankfurt/Main, Bochum und Hannover. Deren Auswertung fand inzwischen statt.
    Weitere workshops folgen in zusätzlichen Städten.

 

    Entwicklung des Modellprojektes und weitere Informationen: www.move-ev.org

Die Broschüre lässt sich leicht überall hin mitnehmen und ist so immer zur Hand zum Nachlesen. Für das Jahr 2009 liegt sie in den Sprachen deutsch, englisch, polnisch, tschechisch und bulgarisch vor und kann bei der Deutschen AIDS-Hilfe e. V. kostenlos bestellt werden.
Der ursprüngliche Text kann als pdf-Datei heruntergeladen werden unter Shop.

Auftraggeberin: Deutsche AIDS-Hilfe e. V.
jährlich ab 2007
 

 


 

06. 03. 2014 - Stephanie Klee im Interview mit der Zeitschrift zitty über Einstiegsberatung für Prostituierte
von Gesa Steeger

„Die diplomierte Sozialarbeiterin und Verwaltungswirtin arbeitete schon während ihres Studiums als Prostituierte. Seit Anfang der 1980er engagiert sie sich für die Rechte von SexarbeiterInnen, seit 2002 als Gründungsmitglied des Bundesverbandes Sexuelle Dienstleistungen. Über ihre Agentur „highlights“ bietet die 51-Jährige auf Anfrage Fortbildungs- und Aufklärungsworkshops für Einsteiger und Prostituierte an. Zudem ist Stephanie Klee Mitglied des Vereins „move“, der sich um Bildung und Kommunikation in der Sexarbeit kümmert: www.move-ev.org.

 

Lesen Sie weiter: http://www.zitty.de/stephanie-klee-im-interview.html

 

 

Berliner Kurier, 11. 03. 2013

                        Stephanie arbeitet als Hure im Altenheim

„Für Sex ist doch niemand zu alt“

Von VERONIQUE LEHEIS
 
 

Stephanie Klee macht sich stark gegen das Tabu. Sie wirbt für mehr Akzeptanz.              Foto: Lebie

Berlin - Ja, auch alte Menschen haben ein Bedürfnis nach Sex. Auch wenn sie im Altenheim sind, vielleicht sogar dement oder bettlägerig. Bislang ein Tabuthema. Stephanie Klee (51) ist seit 30 Jahren Prostituierte, seit zwei Jahren besucht sie regelmäßig Kunden in Pflegeheimen.

Sexualassistentinnen nennen sich die Prostituierten, die sich auf behinderte oder alte Menschen spezialisiert haben. „Seit sechs Jahren steigt die Nachfrage stetig“, sagt Stephanie Klee. 2011 erfuhr sie von einem alten Mann, der im Pflegeheim um sich biss. „Das Beißen war Ausdruck einer großen Not, die lange unterdrückt war. Nach mehreren Besuchen von mir wurde er ganz ausgeglichen“, erzählt sie.
Denn auch im Alter verschwindet das Bedürfnis nach Sexualität nicht. „Die Menschen erinnern sich an die Freude und die Gefühle, die sie empfanden und sehnen sich danach“, sagt Stephanie. Eine Spannung entsteht. Sowohl bei Männern, als auch bei Frauen. „Aber die lösen das eher durch Selbstbefriedigung.“
Besonders Demenzkranke werden rabiat. „Bei ihnen sind die Schamgefühl-Barrieren gefallen. Sie drücken ihre Bedürfnisse klar aus, sprechen Fremde plötzlich auf Sex an“, sagt Stephanie.
In den Heimen kommt es zu Übergriffen. Bewohner begrapschen die Pflegerinnen oder schleichen nachts zu einer Nachbarin ins Bett. Dadurch wird das Thema auch in den Heimen immer präsenter, Lösungen müssen gefunden werden. „Wir bekommen ziemlich viele Anfragen, seit etwa zwei Jahren vermehrt“, sagt Joanna Lesniak von der Berliner Hurenorganisation Hydra. „Im Durchschnitt ruft einmal die Woche jemand an, der Kontakt zu einer Sexualassistentin sucht.“ Hydra stellt dann einen Kontakt her. Auch zu Stephanie Klee.
„Sind wir bei Ihnen richtig?“ ist dann oft die erste zaghafte Frage am Telefon. Die Anrufer sind Verwandte oder Pfleger. „Ich sage dann, dass sie dem Herrn anbieten sollen, dass ich komme und wir uns amüsieren“, sagt Stephanie. Ab dann unterscheiden sich die Situationen. In welchen Zustand ist der Mann? Ist er bettlägerig, querschnittsgelähmt? Kann er sprechen? „Ich probiere unterschiedliche Dinge aus, am Anfang zum Beispiel eine Massage. Dann entwickeln sich die Dinge, das erste Treffen ist natürlich anders als das zehnte.

In ihren Bedürfnissen gleichen sich die Männer, nur die Rahmenbedingungen sind andere. „Die Betten sind viel zu klein, da passen schlecht zwei rein“, erzählt Stephanie. Von Viagra hält die Sexarbeiterin nichts. Und benötigt wird es auch nicht. „Ich habe einen halbseitig gelähmten Kunden, aber der Schwanz funktioniert prima. Und auch ein nicht steifer Penis kann zum Orgasmus stimuliert werden.“
Für Stephanie Klee ist klar: „Der Mann hat ein Bedürfnis nach Sex, Intimität und Körperlichkeit.“ Deshalb kämpft sie gegen die Mauern, auf die sie immer wieder stößt und redet offen über das Thema. Aufklärung ist das wichtigste Mittel gegen ein Tabu. „Bisher ist das Thema nur einen winzigen Spalt breit geöffnet“, sagt sie.
Problematisch seien oft die erwachsenen Kinder, die nicht wollen, dass ihr Vater Sex mit einer Prostituierten hat. Oder die offen sagen, dass sie das Geld dafür lieber erben. Und die Heime, die Prostitution als schmuddelig ablehnen. „Leider ist Prostitution in Deutschland noch immer nicht akzeptiert und respektiert“, sagt Stephanie. In anderen Ländern sei man deutlich weiter

Im Behindertenbereich ist die Sexualassistenz schon mehr akzeptiert. In Berlin gibt es bereits ein Bordell, dass sich auf behinderte Menschen spezialisiert hat. Das „Liberty“ in Schöneberg ist nicht nur barrierefrei, es gibt sogar eine Hebevorrichtung in den Whirlpool.
Diese Akzeptanz wünscht sich Stephanie auch für Senioren. „Ich fände es toll, wenn am schwarzen Brett im Heim nicht nur steht ,Am Montag kommt der Friseur, bitte tragen Sie sich in die Liste ein’, sondern auch ,Am Donnerstag kommt die Sexualassistentin’.“

 

 

Aus der Einladung der Buchpremiere im Cafe Einstein, Stammhaus in Berlin/von Marcel Feige:

 

Zum Erscheinen von »Gier« - ein Thriller von Marcel Feige

26. Juni 2008: Stephanie Klee trifft Marcel Feige

Neues Sperrgebiet Berlin –

Die Hauptstadt und ihr Umgang mit dem Rotlicht

Am 26. Juni 2008 trifft die Prostituierte und bekannte Hurenrechtlerin Stephanie Klee auf den Schriftsteller Marcel Feige. Dessen neuer Hauptstadt-Thriller »Gier« thematisiert das Berliner Rotlichtmilieu. Gemeinsam diskutieren die beiden den neuen Umgang der Hauptstadt mit Prostitution.

Am 1.1.2002 trat das von der rotgrünen Koalition verabschiedete Prostitutionsgesetz in Kraft. Prostitution war von diesem Tag an nicht länger sittenwidrig, sondern ein legales Rechtsgeschäft. Für Prostituierten in Berlin aber zeigte das Gesetz kaum Wirkung. Denn die Hauptstadt ist die einzige Stadt Deutschlands, in der es keine Sperrbezirke gibt. Sex war in Berlin seit Jahrzehnten immer und überall käuflich zu erwerben: auf der Straße, in Clubs, Bordellen oder Wohnungen.

Damit ist jetzt Schluß – geht es nach dem Willen einiger Bezirksämter. Die Berliner Behörden machen der plötzlich »unanständigen« Wohnungs- und Clubprostitution das Garaus, indem sie einem einzelnen Großbordellbetreiber Vorschub leisten. Im Klartext: Unscheinbare Clubs & Wohnungen gegen Riesenpuff mit hohem Verkehrsaufkommen – die Anwohner protestieren. Und die Huren, die sich in ihren Rechten eingeschränkt sehen, wittern Filz.

Stephanie Klee, geb. 1961, gelernte Verwaltungswirtin und Sozialarbeiterin, arbeitet viele Jahre als Prostituierte in Berlin. Ihre Lebensphilosophie: "Ich bin eine Hure und stolz darauf." Deshalb engagiert sie sich beim Hurenprojekt "Hydra e.V.". 1995 strengt sie einen Prozess gegen einen Kunden an, der ihr den vereinbarten Lohn schuldig blieb.

2002, wenige Wochen nach Inkrafttreten des Prostitutionsgesetzes, wird sie zur Vorsitzenden des frisch gegründeten Bundesverband Sexuelle Dienstleistung e.V. gewählt. Der "Spiegel" nennt Klee "die typische Betriebsratsvorsitzende in Hurengestalt". Sie selbst sieht sich als Mensch gewordenes Unternehmen "Prostitution". Ihre Agentur heißt sinnigerweise "highLights".

Marcel Feige, geboren 1971, arbeitet viele Jahre als leitender Redakteur bei verschiedenen Musik-, Lifestyle- und Stadtmagazinen. Seit 1998 lebt er als Schriftsteller in Berlin. Seine Themenschwerpunkte sind das urbane Leben, Subkulturen und Lifestyle. Für "Nina Hagen. That’s why the lady is a punk" erhielt er 2003 die Corine.

Mit Büchern wie "Ich nenne es: Da unten" und der inzwischen dreibändigen Serie "Extrem!" befasst er sich seit Jahren auch mit der Erotik im allgemeinen, mit "Das Lexikon der Prostitution" (2003, "Wa(h)re Lust" (2004) und "Lude! Ein Rotlicht-Leben" mit der Prostitution im speziellen.

"Marcel Feige, der Mann, der Licht ins Rotlicht bringt", lobt der "Berliner Kurier".
 


BILD.de, 04. 06. 2008
Von Meike Meyruhn
Die Lehrmeisterin der Huren
Stephanie Klee (46) aus Berlin hat 20 Jahre Berufserfahrung als Hure. Ihr Wissen gibt sie an Frauen weiter, die ebenfalls anschaffen gehen wollen. Dafür gründete sie die Agentur HighLights, um dort künftig Huren zu "coachen". Klee: "Je besser eine Frau mit sich klarkommt, desto besser kann sie mit dem Job umgehen." BILD.de sprach mit der Lehrmeisterin der Sex-Dienstleisterinnen, die auch als Mediatorin Menschen in Lebenskrisen (Schuldnerberatung, Mobbing am Arbeitsplatz, Nachbarschaftsstreitigkeiten) berät.
vollständiger Artikel:

http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/erotik/2008/06/04/stephanie-klee/hure-ausbildung-sex,geo=4739032.html


BZ Berlin, 30. 05. 2008
von Konstantin Marrach
Beruf Huren-Coach
Stephanie Klee (46) ist die Frau, die Zuhälter einen Strich durch die Rechnung macht. Sie lehrt Prostituierte den Umgang mit Freiern und Liebestechniken. Immer mehr Studentinnen und alleinerziehende Mütter suchen ihren Rat
vollständiger Artikel: BZ-Berlin


Für Bertolt Brecht/Kurt Weill`s Dreigroschenoper mache ich doch gerne Werbung im Ticket = Kulturbeilage des Berliner Tagesspiegels
Januar 2004

 


 

 

        STEPHANIE KLEE

        ist gelernte Diplom-Verwaltungswirtin und 
        - Sozialarbeiterin.   Ihren   Lebensunterhalt 
        jedoch verdient sie  sich  als  Prostituierte.
 

                                                                                                                                                          www.panfoto.de
 


Wohl behütete Kindheit in einer konservativen Familie. Abitur im Oberbergischen. Und doch: Stephanie Klees Werdegang unterscheidet sich von dem einer Durchschnittsfrau: ''Bereits mein Studium habe ich mir mit Anschaffen finanziert'',  sagt  die  42-Jährige.  Dabei  ist  sie keineswegs ''ins Milieu abgerutscht'', sondern hat sich bewusst für die Prostitution  entschieden.  ''Einige  Freundinnen  gingen  anschaffen, ein Bekannter hatte eine Bar, da hab' ich meine Vorurteile schnell abgelegt und  gemerkt,  wie  spannend  und  lukrativ  der  Job  ist.''  Es stimme nicht, dass man ''drogenabhängig sein muss und von  Zuhältern  ausgebeutet wird.  Das hat sich die Gesellschaft so  zurechtgelegt, weil sich viele nicht vorstellen  können  oder  wollen,  dass man freiwillig Hure wird.'' Schönreden will sie ihren Beruf aber nicht: Natürlich gebe es  Läden,  in denen fürchterliche Bedingungen herrschen, ''aber bei mancher Fast-Food-Kette wollte ich auch nicht hinterm Tresen stehen''. Auswüchse gebe es in jeder Branche. Nur: ''Bei uns werden sie vom Gesetzgeber noch unterstützt.'' Daher kämpft die Berlinerin für die Rechte von Prostituierten. Zwar habe sich die Lage verbessert, ''aber wir werden weiter kriminalisiert''. Ein Berufswechsel  kommt für Klee (Zint-Foto), die in ihrer  Agentur highLights sexuelle Dienstleistungen  anbietet  sowie Kondome  und  Liebesspielzeug  vertreibt, dennoch nicht in Frage: ''Ich möchte so lange arbeiten, bis ich sterbe.''

WARUM ICH GERNE FRAU BIN

Text: Ich liebe meine weiblichen Rundungen und meinen Körper, der mein Kapital ist und mich unabhängig macht. 

(aus: Stuttgarter Nachrichten Nr. 56/03)
Autor: ina



David gegen Goliath?
 

„Stephanie ist schon lange keine 18 mehr, und sie als Schönheit zu bezeichnen, hieße, die Höflichkeit sehr weit zu treiben. Ihre
Gesichtszüge  sind  herb, das Kinn ist kräftig und ausgeprägt, die Augen blassblau, zwischen den nachgezogenen Augenbrauen
stehen zwei steile Kerben. Ihre Statur ist grobknochig, mit breiten  Schultern, schweren Hüften, und dass sie  zehn  Kilogramm
abnehmen könnte, weiß sie selbst. Ihr Haar ist gefärbt, feuerwehrrot, und rot ist auch  ihre Leinenbluse,  ihr Rock. Die  Farben
sind zu laut für sie, ihr  Parfüm ist  zu schwer.“  Schrieb der „Spiegel“ 2001,  nachdem  er  meine  politischen  Aktivitäten  breit
beschrieben und gelobt hatte. Ein Photo ermöglichte zudem jedem Lesen, sich selbst ein Bild zu machen.

Das  sitzt,  trifft tief – ich  empfinde  es als gemein, beleidigend und völlig subjektiv. Konnte es sich der Autor Rolf Hoppe nicht
verkneifen, mich bloßzustellen und das zunächst  positiv  Beschriebene  über  die  negativ  beschriebene  Äußerlichkeiten  dann
abzuwerten? Ist es zuviel verlangt, dass Medien über Prostitution und Huren seriös und sachlich berichten sollten, insbesondere
wenn es um die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Branche geht?

Medienberichte wie diese kann ich  vielleicht  noch  als  männliche,  sexistische  Beleidigung  und  Retourkutsche  für  unerfüllte
Wünsche des jeweiligen Journalisten runterschlucken.

Dass  dann  aber  die  „EMMA“,  als  feministische Zeitschrift, 2002 in einem großen Bericht über das neue Prostitutionsgesetz
sich auf das gleiche, niedrige, sexistische Niveau begab, obwohl sie sich doch immer dagegen gewehrt  hatte,  dass  Frauen nur
über   das   Äußere  bewertet  werden,   schmerzte   dann  doppelt.  „Auch   Stephanie   Klee  (46),  Wahlberlinerin  aus  dem
Oberbergischen,  war  früher  Sozialarbeiterin.  Heute  ist  sie  „eine  Hure  und  stolz  darauf“.  Behauptet  sie.  Als   „Rotlicht-
Lobbyistin“,  schwärmte  jüngst  der  „Spiegel“  und stilisierte sie über Seiten zum Paradebeispiel einer „Vertreterin des ältesten
Gewerbes der Welt“, … Kurzum: Sie als Schönheit zu bezeichnen, hieße, die Höflichkeit sehr weit zu treiben.“

Juristisch clever. Durch das Zitat kann man „EMMA“  und  die  Autorin  Cornelia  Filter  dafür  nicht  zur  Rechenschaft  ziehen.

Aber  vielleicht  ist  dies Ausdruck Ihrer eigenen Unsicherheit beim Thema Prostitution und einer Hure wie mir. Keine der vielen
EMMA-Journalistinnen  und  erst  recht  nicht Frau  Schwarzer  haben sich je die Mühe gemacht, mit selbstbewussten Huren zu
sprechen. Zu groß ist ihre Abneigung, man spürt fast Ekel; und auf keinen Fall wollen sie Prostituierte  anders  als  Opfer  sehen.
Und wenn sie dann augenscheinlich keine Opfer sind, dann macht frau  sie  eben  zu  deren  Opfer.  Ein  weiteres  EMMA-Zitat
belegt   deren  Voreingenommenheit   und   grundsätzliche   Geringschätzung:   „Kein  Wunder,  dass  die  „Huren-Aktivistin“  in
Absteigen und auf dem Straßenstrich anschaffen muss, wie  das  Herren-Magazin  aus  Hamburg  recherchiert  haben  will.  Das
aber stellt wiederum „Mona Lisa“ ganz  anders dar.  In dem TV-Frauen-Magazin tritt Klee als „Edel-Callgirl“ auf,  das  im  Taxi
in  Nobel-Hotels  braust . Dort beglücke  sie wohlhabende  Freier:  „Denen  sei das  Äußere  egal,  weil  sie auf „Intelligenz  und
Umgangsformen“ achten.
Was  stimmt  denn  jetzt – die  Billigversion  von  „Spiegel“  oder  die  Luxusvariante vom ZDF? Keines von beiden!, wissen In-
siderinnen aus dem Berliner Rotlicht-Milieu. Stephanie Klee schaffe schon seit Jahren nicht mehr an, ihren  Lebensunterhalt  ver-
diene sie als „Vertreterin für Kondome und Gleitmittel“.“

Doch dann geht „EMMA“ einen Schritt zu weit und begibt sich in die Welt der Unwahrheiten und der Rufschädigung:
1.  sie behauptet, ich erziele Einnahmen aus dem „Eventmanagement und Public Relations für die „Aktion Pro Prostitution“ und
2.  schaffe schon seit Jahren nicht mehr an.

„EMMA“  versucht  also  der  Beleidigung  noch  eins  draufzusetzen;  die äußerliche Diskreditierung reicht ihnen nicht, auch die
Arbeit und das politische Engagement muss runter gemacht werden, nein wird süffisant und subtil schlecht gemacht.  Mal  davon
abgesehen, dass diese Aussagen klare Lügen sind, also schlichtweg falsch sind,  sind  sie  auch  hochgradig  beleidigend,  herab-
setzend, ehrverletzend, sie zielen darauf ab meinen Ruf zu schädigen, mich  zu verletzen,  sind  berufsschädigend  und  geschäfts-
schädigend. Natürlich ohne jemals mit mir persönlich gesprochen zu haben.

Aber  damit  bewegt  sich  die  „EMMA“  genau  im gängigen Fahrtwasser der Medien und unserer Gesellschaft: mit einer Hure
kann man das ja machen!? Glaubten sie!

Ja, ich bin stolz darauf, als Hure zu arbeiten und komme gut mit meinem Beruf zu Recht. Doch durch diese Behauptungen wurde
ich gezwungen, meine Ehre als Hure zu verteidigen. Wo hat es das vorher gegeben? Unglaublich!
Ich  werde  zu  Vorträgen  und Seminaren  und  auch zu politischen Statements eingeladen, weil ich über eigene Erfahrung in der
Prostitution verfüge und nicht nur vom Hören-Sagen der anderen sprechen kann. Auch kann ich  bei  Verkaufsgesprächen  über
Kondome und andere Arbeitsutensilien  deshalb zu den  Produkten  klar Positionen beziehen und ins Fachgespräch  mit  meinen
KollegInnen treten. So wurde ich gezwungen mich zu wehren. Ich wollte nicht meinen Ruf und mein Gesicht verlieren.

Und  warum  ist  plötzlich  Geld  verdienen, was Schlechtes? Die Zeitschrift „EMMA“ wird doch auch für Geld verkauft und die
Mitarbeiterinnen bekommen doch auch sicher ein Gehalt oder Honorar? Oder wird da ein Unterschied  gemacht:  Ist  Geld  von
Huren schlechtes Geld?
Aber egal: das sog. „Eventmanagement und Public Relations für  die  „Aktion  Pro  Prostitution“  waren  Infoveranstaltungen  für
KollegInnen aus der Prostitution, wo wir u. a. mal endlich aus unserer  beruflichen  Isolation heraustraten  und  uns  über  unsere
Erfahrungen austauchten. Zu den Kosten haben alle beigetragen, der Rest, wie auch die Arbeit blieben bei mir, was ich als  mein
politisches Engagements auch selbstverständlich erachte.

Der  Gerichtsweg  war lang und  steinig und ebenfalls enttäuschend. EMMA hatte sich zunächst bereit erklärt, die beiden Lügen
nicht mehr zu verbreiten, d. h. in dem Artikel diese Passagen zu schwärzen. Offensichtlich hielten sie es dann nicht für nötig, sich
auch daran zu halten. Sie verbreiteten den Artikel ungeschwärzt weiter.

Dafür gab mir das Landgericht Köln Recht und verurteilte EMMA zur Zahlung einer Geldsumme.

Auch wenn hier der Satz gilt: Außer Spesen nichts gewesen: ich habe mich gewehrt und recht bekommen. Ende gut – alles gut!

Stephanie Klee, highLights-Agentur



 

Kussmund und Korsett:
Die "Lange Nacht der Puffs"

Sie kommt: Die Berliner Prostituierten planen eine „Lange Nacht der Puffs“ nach dem Vorbild der erfolgreichen „Langen Nacht  der 
Museen. “ Wie Stephanie Klee von der „Agentur highLights für Begleitung,  Service,  Vermittlung  und  Bildung“  gestern  bei  einem 
Gespräch in der Tempelhofer UFA-Fabrik sagte, wird der Herbst als Termin anvisiert. Beantragt und genehmigt sei aber noch nichts. 
Anlass sei das seit Jahresbeginn geltende Prostituiertengesetz, laut Stephanie Klee „kein Riesenerfolg, aber ein wichtiger Schritt beim 
Kampf um die Rechte der Huren“.
Geplant sei „eine Nacht der offenen Tür mit zahlreichen Berliner Prostitutionsstätten“. Die exakte Zahl stehe  noch  nicht  fest.  „ Wer 
mehrere Puffs besichtigen möchte, kann unseren Bus-Shuttle benutzen“, sagte Frau Klee, die sich auch „Lesungen im Puff“ vorstellen 
kann. Begründung: „Die Kunst spielt schon jetzt in der Prostitution eine wichtige Rolle, im Bett und an der Wand“, sagte die  Agentin.
Zwar steht noch in der Sternen, ob  das  Ereignis  denn  auch  wirklich  wie  geplant  über  die  Bühne  geht,  aber  das  Maskottchen 
„Knutschi“  ist  schon  da.  Es  handelt sich um eine überlebensgroße Plastik aus Hartgips, die von der Bildhauerin Maria Wüllner aus 
Neureetz  im  Oderbruch  geschaffen wurde. Die Frauenfigur mit riesigem Kussmund und echter Korsage ziert derzeit das Foyer des 
Theatersaals in der UFA-Fabrik und kann dort bis Sonntag täglich von 10 bis 19 Uhr besichtigt werden.
Bei  künftigen  Events,  welcher  Art  auch  immer,  soll  „Knutschi“  nach dem Willen der Künstlerin „als Symbol mit hohem Wieder-
erkennungswert“  präsent  sein.  „Kann  sein,  dass Knutschi irgendwann einmal im Bundestag steht“, sagte die Bildhauerin mit einem 
Augenzwinkern. Fragt sich nur, zu welchem Event...
(brun, Berliner Morgenpost, 30. 05. 2002)



 

Lesen Sie: "Die bürgerlichen Huren, Seit über 20 Jahren kämpft die Rotlicht-Lobbyistin Stephanie Klee für die Rechte 
der Prostituierten" in: Der Spiegel 35/2001<p<


Fotograf: Jörg Fokuhl


Foto: Birgit Kleber


 

Die Frau mit dem silbernen Koffer

„Ich bin ziemlich unternehmungslustig“, sagt Stephanie Klee.  Kein 
Zweifel,  war  doch  die  couragierte  Kämpferin für Hurenrechte  die 
bisher  einzige  Prostituierte  in  der Bundesrepublik, die einen  Kun-
den auf den vereinbarten Lohn verklagte – und den Prozeß gewann!


 

Noch immer wird es, obwohl Prostitution in Deutschland nicht verboten ist, den Huren schwer gemacht, ihren Beruf ohne Lügen und 
ohne Zwang zum Doppelleben  zu  praktizieren.  Frauen  ist  es  nicht möglich, sich unter der Bezeichnung „Prostituierte“  krankenzu-
versichern. Gleichzeitig sind ihre  Einkünfte  aber  umsatz-  und  einkommensteuerpflichtig.  Es  existiert  kein  Arbeitsschutz,  obwohl 
Artikel 12  des  Grundgesetzes  die  freie  Berufswahl  garantiert. Bis auf Berlin haben alle größeren Städte  Sperrgebiete,  die  durch 
Verdrängung ein negatives Biotop  schaffen,  in  dem  Schutzgelderpressung und Ausbeutung prima  gedeihen.  Kriminalität  auf  dem 
Rücken der Frauen wird so erst begünstigt. „Im Gegensatz zu Holland,  wo  ab  Oktober   sogar  Bordellbetriebe  legalisiert  werden, 
sind wir in Deutschland offenbar eher gewillt, Ungerechtigkeiten zu ertragen und zu ignorieren“, so Klee.

Anfang der Neunziger arbeitet Stephanie Klee in  einer  kleinen  Appartment-Wohnung  in  der  damals  nicht  unnoblen  Budapester 
Straße.  Die  behagliche  und  helle, dezent möblierten Einzimmerwohnung mit geräumigem Bett, war ideal  für  ein  selbstbestimmtes 
Arbeiten,  gelegentlich  mit  einer  Kollegin. Sogar eine Ausstellung mit zwanzig kleinformatigen Ölgemälden hing 1994 drei  Wochen 
in der „Modellwohnung Roth“  und  ging  mit  einer  Finissage unter großem Presseinteresse zu Ende. Heute betreibt Stephanie  Klee 
ihre eigene Agentur, gibt einen Newsletter heraus,  bietet  Fortbildung  für  Neueinsteigerinnen an. Daneben organisiert  sie  Lesungen 
und betreibt konsequent die Lobbyarbeit für die gesetzliche Neuregelung der Prostitution. Wenn sie  loszieht,  den  roten  Pagenkopf 
präzise  frisiert,   im  brombeerfarbenen   Kostüm,   in  der  Hand  einen  silberfarbenen  schnittigen   Metallkoffer,  denkt  man  „Ge-
schäftsfrau,  n  klar“. Und das ist sie. Seit fünf Jahren beliefert sie die Frauen direkt  in  den  Clubs   mit   Arbeitsutensilien,   gründete 
die Service-Gesellschaft „Highlights“. Zu Hause stapeln sich die Kartons bis zur Decke.

Solche  Unternehmungslust  ist  auch  buchstäblich  vonnöten.  Denn trotz des absolut reibungslosen und unauffälligen Bordellbetriebs 
hatte es schon zuvor Querelen mit der „gehobenen“ Mieterschaft des Hauses an der Grenze zum Tiergarten gegeben, deren  Arsenal 
von  Klingelstreichen  bis  hin  zu  Beschwerden bei der Hausverwaltung reichte. Der Belästigung müde, machte Stephanie Klee  den 
Laden  kurz  nach der Finissage  der  Ausstellung  dicht. Der Durchschnitts-Spießer war verwirrt. Denn macht  sich  die  Prostitution 
nicht  als  anrüchiges  und  düsteres  Gewächs  im  Morast  der  Halbwelt kenntlich, ist es erst recht suspekt. Aus einer kleinen Stadt 
im  Rheinischen  stammend,  machte  sich  Stephanie  Klee  schon  als  junge  Frau  beim  Gläserpolieren  hinterm  Tresen   ihre  Ge-
danken  über  die Arbeit im Gewerbe. Ihr Weg dann sprengt die Klischees, denn es war nicht zwangsläufig ihre einzige  Möglichkeit. 
Als   graduierte  Verwaltungswirtin  und  Sozialarbeiterin  –  als  die  sie  lange  Zeit  in   der   Prostituierten - Organisation   „Hydra“ 
arbeitete – hat  sie  ein  Händchen  fürs stringente Organisieren. Gelegentlich macht sie  noch heute die Buchhaltung  für  Kolleginnen,
etwa  im  Telefonsex - Geschäft.  Sie  überstand  ein Buttersäure-Attentat im Dresdener Milieu, inseriert in den einschlägigen  Boule-
vardblättern und gewann originellerweise die B.Z. als Sponsorin für  eine Werbekampagne unter Kolleginnen.

Anfang  des  Jahres  verschickte  sie  knapp  siebenhundert Briefe  an  Abgeordnete  und  forderte  die  Politiker  zu  einer  Stellung-
nahme  zur  rechtlichen Diskriminierung der Huren auf. Cem Özdemir, den sogar der Stern zitierte, konnte sich Huren im  Bundestag 
vorstellen,  die  Christdemokraten  gaben sich ahnungslos. Dem häufig erhobenen Vor-wurf, eine Liberalisierung helfe  doch  letztlich 
nur  selbstbewussten  und  gebildeten  Frauen  wie  ihr,  nicht aber ausländischen Frauen in der  so  genannten  „Zwangsprostitution“, 
begegnet Klee mit der Kritik an fehlenden rechtlichen Regelungen und provoziert dabei  auch  mal.  „Die  Leute  wollen  nicht  wahr-
haben, dass auch ausländische Frauen starke Frauen sind, dass es  ein  ökonomisches  Nord-Süd-Gefälle gibt. Es gehört Mut  dazu, 
allein  in  ein  fremdes  Land  zu gehen, mit der Armut  zu  Hause  im  Rücken.  Wir  sind  nicht  alle  Ingenieure  und   Computerspe-
zialisten, haben universitäre Bildung und sind auf der ganzen Welt gefragt. wir sind gefragt,  weil  wir `ne  Muschi haben,  das  ist  ein 
Kapital.  Ich  kenne  viele ausländische Kolleginnen, die den mühsamen Weg über deutsche Heirat,  Aufenthaltsstatus  und  das  An-
schaffen  gegangen  sind  und  auf  dieser Grundlage Schulabschlüsse und  Berufsausbildungen  nachgeholt  haben. " Frauen,  die  bei 
einer  Razzia aufgegriffen  werden,  würden  wohl  kaum  sagen, sie gingen frei-willig anschaffen. „die kriegen   `nen  Stempel  in  den 
Pass  und  kommen  nie  wieder `rein.“  Das  Problem  ist  wohl  nicht  zuletzt  die klischierte  Erwartungshaltung  seitens  der  Polizei 
selbst.  Also  sagten  die Frauen, sie seien als Erntehelferin oder Babysitter da. „Dann sind  die   Beamten  nett,  eine  Sozialarbeiterin 
schaut  vorbei  und  die  Frau kann bis zu ihrer Aussage im Prozess in Deutschland bleiben.“ Gerade  diese   Menschen-handels-Pro-
zesse enden überwiegend ergebnislos. „Hier setzt mein Vorwurf  an  Polizei  und  Justiz  ein“,  fasst  sie zusammen, „das Ergebnis der
bisherigen Strategie ist gleich null. Wenn Prostitution endlich beruflich anerkennt ist,  wird  es  weniger  ausländische  Frauen  im  Ge-
werbe  geben – aber  jede  könnte in ihrem Land zur Botschaft gehen und regulär eine Arbeitserlaubnis beantragen.“

Wenn  in  Taiwan  große  Hurendemos  an  der  Tagesordnung sind, in Kenia die Huren in der  Aids-Prävention  mitarbeiten  und  es 
allein  in  der  kleinen  Schweiz  mehrere  Hurenorganisationen  gibt,  setzen  sich  ausgerechnet  im  für  seine Freizügigkeit gerühmten 
Schweden neoliberale Tendenzen durch,  die den gläsernen Freier und die Zwangs-resozialisierung von Prostituierten fordern.

Auf einem Podium des Kult-Hur-Festivals Anfang Juni in Berlin, wo parteiübergreifend die Chancen  einer  gesetzlichen  Neuregelung 
in   Deutschland  diskutiert  wurden,  war  zwar  ein  grundsätzlicher  Konsens  zu  spüren, dass eine Liberalisierung  die  so  genannte 
Zwangsprostitution  beseitigen  würde. Aber ein versprochener Gesetzentwurf zur Verbesserung der  rechtlichen  Situation  von  Pros-
tituierten wird wohl noch lange auf sich warten lassen.

(aus: outline Nr. 8/1. Jahrgang August 2000)
Autorin: Gudrun Holz